



Kopplungssysteme für CPCI/PCI
Allgemein
StarFabric – ein Netz von PCI-Bussen THE Bridge-Boards erweitern ihren PCI-/CPCI-Bus, verbinden ihn mit weiteren PCI-/CPCI-Systemen oder Extensionboards, und das bis zu einer Distanz von jeweils 13 Metern.
Für die Datenübertragung via StarFabric übersetzt die Bridge den parallelen PCI-Datenverkehr in ein serielles Format.
Eine Verbindung zwischen zwei Knoten wird als Link bezeichnet. Ein solcher Link besteht aus getrennten Sende- und Empfangsleitungen und kann im Vollduplexmodus mit einer „Single Link“-Verbindung eine Übertragungsgeschwindigkeit von 2,5 GBit erreichen.
Bei Bedarf kann ein zweites Kabelpaar angeschlossen werden und damit können die beiden Linksbetrieben werden.
Auf jedem StarFabric-Board befinden sich zwei Links, die über vier RJ45- Buchsen nach außen geführt sind und mit gängigen Netzwerk-Patchkabeln (cat5 oder besser) verbunden werden können. Der maximale Abstand zwischen zwei Knoten darf 13 m betragen. Die Kabellängen der Sende- und Empfangsleitungen eines Links müssen immer gleich lang sein. Das Kabel für RX ist am anderen Ende auf TX und das Kabel von TX ist am anderen Ende auf RX zu stecken.
StarFabric basiert auf einer Switched Fabric Netzwerktopologie. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von schaltbaren Punkt-zu-Punkt- Verbindungen. In einem solchen Netzwerk verhalten sich alle Teilnehmer als gleichberechtigte Partner und jeder kann mit jedem direkt oder über einen Switch kommunizieren. Der Vorteil einer Switched Fabric ist, dass sich die Teilnehmer des Netzes die Bandbreite nicht teilen müssen.
Jeder Knoten im Netzwerk speichert alle vorhandene Knoten und Pfade. Das routingfähige StarFabric Protokoll kann den kürzesten Weg zu einem Zielknoten ermitteln. Beim Ausfall eines Pfades kann schnell ein alternativer Pfad zum gewünschten Zielknoten berechnet werden. Bis zu 7 Switches können in Reihe geschaltet werden. In diesem sternförmigen Netzwerk können bis zu 1000 Endknoten beliebig kaskadiert und damit redundante Netze aufgebaut werden.
Ein Switched Fabric Netzwerk besteht immer aus einem Root und mindestens einem Leaf. Der Root initiert die Vergabe von eindeutigen Adressen, sog. FIDs (Fabric Identifier) an die Leafs. Die Hartmann THEBridge Karten lassen sich per Schalter als Root- oder Leaf-Karte konfigurieren.
Beim Aufbau von Netzwerken mit der StarFabric Technologie wird zwischen einem transparenten und einen nichttransparenten Modus unterschieden.
Im transparenten Modus funktioniert
eine The-Bridge-Karte wie eine
einfache PCI to PCI Bridge und wird
auch als solche nach dem Einbau
beim Booten vom BIOS erkannt.
Für diesen Modus werden keine
zusätzlichen Treiber für das
Betriebssystem benötigt.
Die Bridge-Funktion der StarFabric
ermöglicht eine Verlängerung
des PCI-/CPCI-Bus über die
Rechnergrenzen hinaus, da die
CPU und das BIOS des Host-PCs
im transparenten Modus nicht
zwischen einer lokal oder einer
entfernt angeschlossenen PCI-Karte
unterscheidet.
Zusätzlich kann mit StarFabric
Switches ein beliebig kaskadierbares
Netzwerk aus einzelnen PCIBussegmenten
aufgebaut werden,
dessen Größe nur durch den
Adressraum des Host-PCs begrenzt
wird.
Die Gateway-Funktion der StarFabric
wird verwendet, um über die
alternative Routingmethoden
Datenverkehr zu weiteren Fabric-
Systemen herzustellen.
Im nichttransparenten Modus besteht
jeder Knoten aus einem PC bzw. einer
CPU.
Zum Betrieb eines solchen Netzes
muss die Bridgefunktion auf allen
Leafkarten deaktiviert sein.
Für den Betrieb eines StarFabric
Netzes im nichttransparenten Modus
ist die Installation des Treibers für das
jeweilige Betriebssystem zwingend
notwendig.
Für StarFabric Softwareentwicklungen
für die schnelle Datenübertragung
im nichttransparenten Modus
stellt Hartmann Elektronik die
StarFabricCom-Bibliothek zur
Verfügung. Diese stellt ein API
(Application Programming Interface)
dar, das im wesentlichen einen Client/
Server gesteuerten Datenaustausch
über ein „virtuelles“ Shared-Memory
ermöglicht. Dieses API basiert auf
der StarGen FPL Library, die als Teil
der StarGen SDK von StarGen nach
Abschluss eines „Non Disclosure
Agreement“ bezogen werden kann.
Nähere Informationen dazu, finden
Sie auf der Webseite von der Firma
Stargen (www.stargen.com).
Für spezifischere Entwicklungen beinhaltet die FPL Library Funktionen und Mechanismen, mit denen eine Datenübertragung im nichttransparenten Modus realisiert werden kann:
RoutingmethodenVerkehrsklassen
Um bestimmte Daten bevorzugt über
das Netzwerk zu übertragen, können
Prioritäts- bzw. Verkehrsklassen
vergeben werden.
Bandbreitenregelung
Bei isochronen und Multicast-Übertragungen
kann vor Beginn des
Datentransfers eine zu erwartende
Bandbreite reserviert werden.
Fehlertolerante Strategien
Durch redundanten Aufbau kann die
Ausfallsicherheit erhöht werden. Fällt
in Pfad aus, so ermittelt das System
automatisch einen funktionierenden
Pfad und sendet über diesen die
Daten. Redundanz kann z. B. durch
einen zweiten Switch erzeugt
werden.
Credit-Based-Technik
Die StarFabric überträgt Daten nur,
wenn der Empfänger diese auch
abnehmen kann. Diese Credit-Based-
Technik verhindert Kollisionen und
vermeidet unnötige Last in der
StarFabric.
Synchronisation der Daten
Netzteilnehmer, mit betriebsbereiten
Verbindungen, werden synchronisiert.
Für die Verwendung der StarFabric im nichttransparenten Modus müssen verschiedene Einstellungen in der Registrierungsdatei vorgenommen werden.